Pressebericht im Weser Kurier am 16.04.2014

Thedinghausen-Werder. Hätte die Firma Krinke nicht die erforderliche Zustimmung der Gemeinde Thedinghausen zur Ausweitung des Abbaugebietes erhalten, wäre dies das Aus für das Unternehmen gewesen, so Inhaber Uwe Krinke. Mit der Erlaubnis geht eine lange Diskussion über die Deichsicherheit zu Ende. Ab Ostern wird in Werder künftig binnendeichs Kies und Sand gefördert.

An erster Stelle stand der Dank an die Ratsmitglieder der Gemeinde Thedinghausen: „Ohne eure Zustimmung zur Planfeststellung hätten wir nicht weitermachen können. Das wäre das Aus für die Firma gewesen“, betonte Uwe Krinke.
Der Inhaber des Kies- und Sandabbauunternehmens Krinke in Thedinghausen-Werder hatte am Montag zum symbolischen ersten Spatenstich eingeladen. Denn nach langer Diskussion hat die Gemeinde Thedinghausen der Erweiterung des Abbaugebietes zugestimmt. Künftig wird Krinke binnendeichs auf einer Fläche von rund sieben Hektar Kies und Sand fördern.

Noch Anfang September des vergangenen Jahres hatten sich die Ratsmitglieder gegen die geplante Erweiterung ausgesprochen. Dem vorausgegangen war der Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms des Landkreises Verden (RROP), der die Fläche als Vorranggebiet zur Rohstoffgewinnung für Kies und Sand auswies. Die Ratsmitglieder waren sich einig: In der Gemarkung Werder sollte kein weiterer Kiesabbau stattfinden. Sie äußerten Bedenken hinsichtlich der Deichsicherheit, wenn binnendeichs abgebaut würde.Möglicherweise könne die Standfestigkeit der schützenden Wälle nicht mehr gewährleistet werden, man befürchtete Unterspülungen und einen zu hohen Wasserdruck. Für kurze Zeit erwägte die Gemeinde gar, eine Klage einzureichen.
Die Vorbehalte hinsichtlich der Deichsicherheit hat die Untere Deichbehörde des Landkreises Verden geprüft. Sie kam zu dem Ergebnis, dass keine Gefahr für die Deiche in Werder bestehe und erteilte im November des vergangenen Jahres die Planfeststellung, sozusagen die Baugenehmigung. Vor Kurzem stimmte schließlich auch der Gemeinderat Thedinghausen in nicht-öffentlicher Sitzung zu. „Unsere Bedenken sind nicht zum Tragen gekommen“, sagte Samtgemeindebürgermeister Gerd Schröder. Diese Bedenken hätten sich nicht gegen die Firma Krinke gerichtet, das betonte der Verwaltungs-Chef mehrfach. Im Gegenteil: Man sei froh, dass das alteingesessene Familienunternehmen der Gemeinde erhalten bleibe und weitermachen könne.

Denn die bisherige Abbaufläche in Werder sei komplett ausgeschöpft, berichtete Waltraud Zietlow, Geschäftsführerin und Schwester von Uwe Krinke. Einige Mitarbeiter hätten aus Angst um ihre Arbeitsplätze das Unternehmen bereits verlassen. „Jetzt können wir aber beruhigt in die Zukunft blicken. Wir werden auch wieder Arbeitskräfte einstellen.“
Das neue Abbaugebiet umfasst eine Fläche von rund sieben Hektar, dort wird im Zuge der Förderung ein zirka fünf bis sechs Hektar großer See entstehen. In den kommenden Tagen müssten die Zuwege asphaltiert werden, berichtete Krinke. Eine Rampe für die Arbeitsfahrzeuge über den Deich werde entstehen, sodass nach Ostern mit dem Abbau begonnen werde. Gebaggert wird in einer Tiefe von 19 Metern, hauptsächlich Weserkies liegt dort als Rohstoff. Die Fördermenge kann laut Krinke pro Tag rund 1000 Kubikmeter betragen.
Mit der Gemeinde hat das Unternehmen außerdem einen Vertrag hinsichtlich des Überwegungsrechtes geschlossen. Da es sich bei der Erweiterung um einen Eingriff in die Landschaft handele, sei eine gewisse Kompensation notwendig, berichtete Schröder. Uwe Krinke habe einen Plan vorgelegt, um für ausreichend Grün zu sorgen: Er werde Hecken pflanzen. Auf langfristige Sicht sei zudem zu prüfen, was mit der bereits abgebauten Fläche von rund 50 Hektar geschehen solle.

Kieswerke Krinke - Artikel

Setzten am Montag den ersten Spatenstich für das neue Kiesabbau-Gebiet in Thedinghausen-Werder: Firmen-Inhaber Uwe Krinke und seine Schwester Waltraud Zietlow.